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Die SRG muss die Regionen besser einbeziehen
Das staatliche Fernsehen soll sich stärker für die nationale Kohäsion engagieren. Der Nationalrat hält aber einen eigenen Sender mit untertitelten Programmen aus den vier Sprachregionen für zu teuer.
bern Der Nationalrat möchte die SRG SSR dazu anhalten, vermehrt zum interkulturellen Austausch und zur Förderung der Verständigung zwischen den Sprachregionen in der Schweiz beizutragen. Damit unterstützt er ein Anliegen des Bündner Ständerates Theo Maissen (CVP) in abgeschwächter Form. Die Angebote der SRG SSR seien zu stark auf die einzelnen Sprachregionen fokussiert, obwohl sie auch von Interesse für die jeweils anderen Landesteile wären. Damit genüge die SRG SSR ihrem Leistungsauftrag nicht, so Maissen. In einer Motion forderte er daher, den Bundesrat damit zu beauftragen, einen schweizerischen Fernsehkanal zu realisieren, der bereits ausgestrahlte Sendungen wiederverwertet und in den jeweils anderen Landessprachen untertitelt oder synchronisiert sendet. Damit könnten teuer hergestellte Inhalte ohne bedeutende Kosten mehrfach genutzt werden.
Gestern wurde die Motion im Nationalrat debattiert. Die vorberatende Kommission unterstützte das Anliegen Maissens zwar, bezweifelte jedoch die Notwendigkeit und Rentabilität eines weiteren Fernsehkanals. Auch sie war mehrheitlich der Ansicht, dass die SRG dem Austausch der verschiedenen Sprachregionen vermehrt Rechnung tragen sollte. Ein zusätzlicher Sender würde jedoch Kosten verursachen, die eine Erhöhung der Empfangsgebühren zur Folge hätten, so André Bugnon (SVP, VD). Daher hat die Kommission die Motion offener formuliert: Die SRG soll ihren Beitrag zum interkulturellen Austausch verstärken, aber nicht auf einem Extrasender, sondern vorhandene Beiträge vermehrt untertitelt und synchronisiert auf den bereits bestehenden Kanälen senden. Zudem wird der Bundesrat aufgefordert, die Entwicklung zu beobachten und dem Parlament bis in zwei Jahren Bericht zu erstatten. Dieser hatte die Motion abgelehnt. Mit der modifizierten Version sei er einverstanden, sagte Bundesrätin Doris Leuthard. Die SRG müsse in allen Programmen ihrem Auftrag besser nachkommen. Sie ist zuversichtlich, weil die SRG den interkulturellen Austausch zu einem Programmziel erklärt habe. Der Nationalrat folgte der Kommission ohne Gegenanträge. Damit geht nun die abgeänderte Motion an den Ständerat zurück. Dort dürfte sie auf Zustimmung stossen, weil der Rat den ursprünglichen, weiter reichenden Vorstoss mit grosser Mehrheit angenommen hatte.
(Raphaela Birrer / SN)
