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SRG-Direktor winkt ab - kein Geld für neuen Sender
Die Idee eines Schweizer Kulturkanals ist am Freitag an einer Tagung in Bern auf grosses Interesse von Vertretern aus Kultur, Bildung, Politik und Medien gestossen. Einzig SRG-Direktor Armin Walpen trübte die Freude mit einem schroffen "Njet".
Die Idee eines Schweizer Kulturkanals ist am Freitag an einer Tagung in Bern auf grosses Interesse von Vertretern aus Kultur, Bildung, Politik und Medien gestossen. Einzig SRG-Direktor Armin Walpen trübte die Freude mit einem schroffen "Njet".
Den Befüwortern eines Kulturkanals schwebt eine Wiederverwertung von bestehenden Kulturbeiträgen zu den besten Sendezeiten auf einem eigenen TV-Kanal vor, ergänzt durch das rätoromanische TV-Programm.
Ein gesamtschweizerischer Kultur-Kanal sei für die SRG SSR idéé suisse nicht zuletzt aus finanziellen Gründen kein Thema, sagte Walpen an der Tagung "helvetisches arte". Die SRG habe nicht mal das Geld, um die Zusammenarbeit mit den Spartensendern Arte und 3Sat zu verstärken und zu konsolidieren.
Kultur sei gemäss gesetzlichem Auftrag schon jetzt ein grosses Thema in den SRG-Programmen, und die Zuschauerzahlen seien sogar erstaunlich ansprechend. Das Nein zum Kulturkanal habe also nichts mit fehlender Wertschätzung zu tun. Aber die finanzielle Realität spreche derzeit dagegen.
Unter 10 Millionen Franken
Der Initiant der Idee Kulturkanal, Bernhard Cathomas, Direktor von Radio e Televisiun Grischung (RTR), bezifferte die Kosten auf einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Cathomas erhielt in Bern prominente Unterstützung, unter anderem von Publizist Roger de Weck, Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur sowie von Nationalrat Hans Stöckli, Stadtpräsident im zweisprachigen Biel. Letzterer kritisierte Walpens Sparargument heftig. "Sie müssen umbauen, nicht abbauen." Ein solcher "Best-of-Kanal" sei dringend notwendig.
Roger de Weck hatte einerseits zwar Verständnis für Walpens ablehnende Haltung. Aber vielleicht liege der SRG-Direktor doch falsch, wenn er die Idee abschmettere, statt sie vorerst einmal weiter zu spinnen. Der Austausch zwischen den Landesteilen sei schliesslich das Kernthema der Idée suisse.
(sda)
